Ab ins Outback!

Mein grosses Wunschziel in Australien war das Outback. Glücklicherweise hatte ich mit Manu und Simon zwei gefunden, die das gleiche Ziel und sogar ein eigenes Auto mit dabei hatten. Juhuu, so konnte die Reise ins Outback los gehen!

 

Die Reise geht los

Von Adelaide aus starteten wir unseren Trip ins Outback. Ich war schon etwas nervös und hoffte, dass wir auch an Alles gedacht hatten und dem Abenteuer Outback gewachsen sind. Auf alle Fälle hatten wir genügend Wasser und noch zwei Extra Benzinkanister mit dabei.

Doch während der Fahrt ins Nichts wurde mir schnell klar, dass meine Bedenken (fast) unbegründet waren. Die Strasse war nämlich wunderbar geteert. Mit geeignetem Fahrzeug und genügend Zeit wäre es natürlich auch möglich gewesen, auf einer richtigen Outback Sandpiste dem rotem Zentrum von Australien entgegen zu fahren. Doch für’s erste Mal alleine ins Outback, war mir die geteerte Strasse ganz recht.

Der Übergang zwischen Küste und Outback war fliessend. Bereits kurze Zeit nach Adelaide verdünnte sich die Menschendichte zunehmend. Port Augusta war die letzte grössere Stadt und dann waren wir auch schon Mitten im Outback

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Bereit für’s Outback

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Verfahren tut man sich hier nicht

Ich freute mich schon seit Wochen aufs Outback. Und meine Vorfreude war nicht unbegründet. Das weite Nichts zog mich sofort in den Bann. Simon sass wie immer am Steuer und so konnte ich gemütlich die Landschaft an mir vorbeiziehen sehen.

Während der Fahrt unterhielt uns eine ältere Dame im Radio. Sie war eine ausgewanderte Deutsche, welche ihre eigene Radiosendung hatte. In dieser Sendung stellte sie Musik aus der alten Heimat vor. So fuhren wir mit Schlager und Polka ins Outback und hatten unseren Spass dabei.

Schliesslich trafen wir in Pimba ein und blieben über Nacht in einem sogenannten „Roadhouse“, oder Motel wie wir es nennen. Die Ortschaft Pimba hatte auch nicht viel mehr zu bieten als dieses Motel. Ich beschloss den Abend bei einem Spaziergang ausklingen zu lassen. Ich spazierte durch die Ortschaft und fragte mich, aus welchen Gründen die Leute hier im Nirgendwo leben. Vermutlich gefällt den Leuten hier die Freiheit des Outbacks und die tollen Sonnenuntergänge.

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Abendspaziergang in Pimba

 

Coober Pedy und seine Opale

Am nächsten Tag hiess unser Tagesziel Coober Pedy. Bis dahin lagen aber noch einige Stunden Fahrt vor uns. Noch immer konnte ich mich von der endlosen Weiten kaum satt sehen.

Coober Pedy ist sehr bekannt und egal wo man sich in Australien befindet, es wird über diese Stadt gesprochen. Deshalb waren wir natürlich gespannt, was uns dort erwarten würde. Coober Pedy ist nämlich eine Stadt, in der sich das Leben hauptsächlich unter der Erde abspielt. Mitten im Outback gelegen, ist die Stadt durch den Abbau von Opal entstanden. Die „Opal-Gräber“ fanden schnell heraus, dass man unter der Erde vor der sengenden Hitze Zuflucht findet.

So kam es, dass die „Opal-Gräber“ ihr Lager auch gleich in den Gruben einrichteten und dort schliefen. Später, wenn sie durch den Opal-Abbau immer mehr Steinmassen abgetragen und an die Oberfläche befördert hatten, war dann auch genug Platz vorhanden, um ihre Familien nachzuholen. Durch den Abbau von Opal entstanden immer mehr und grössere Räume.

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So lebten die Menschen auf der Suche nach Opal

Das Leben dieser Familien war ziemlich einfach gestaltet. Nur alle paar Tage wurden sie mit Wasser, welches von Kamelen heran getragen wurde, versorgt. Doch die Hoffnung, auf immer mehr Opal zu stossen, hielt die Leute dort.

Heute darf in Coober Pedy nicht mehr gegraben werden. Das Gestein ist bereits ziemlich ausgehöhlt und weiteres Abtragen von Steinmassen könnte zum Einsturz von den Höhlensystemen führen, in welchen die Menschen leben. Die Opal-Minen befinden sich heutzutage ausserhalb der Stadt.

Es wäre schon öfter vorgekommen, dass man beim „Ausbau“ der eigenen Wohnung, plötzlich im Wohnzimmer des Nachbarn stand, erzählte uns eine Anwohnerin, welche uns durch das Opal-Museum in Coober Pedy führte.

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Unser Hotelzimmer im Untergrund

Ab Abend, nach dem ich Kängurufleisch gegessen hatte, begaben wir uns auf einen Hügel, um den Sonnenuntergang zu sehen. Oben angekommen, zeigte sich uns aber ein ganz anderes Spektakel. Bereits am Nachmittag waren Gewitterwolken aufgetaucht. Diese entluden sich nun in Blitzen und einem Donnerwetter. Wir genossen die Stimmung und den rauen Wind, welcher uns fast vom Hügel blies. Schliesslich fielen die ersten dicken Regentropfen und wir machten uns eilig auf dem Weg zum Hotel.

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Ein Gewitter über Coober Pedy

Gerade noch rechtzeitig schafften wir es unter ein Dach, bevor es so richtig zu regnen begann. Die Outback-Bewohner waren aus dem Häuschen und meinten, so stark hätte es schon lange nicht mehr geregnet. So unterhielten wir uns mit einer deutschen Auswanderin, die selber in Alice Springs wohnte. Sie erzählte uns von ihrem Leben im Outback und wie es sie dorthin verschlagen hatte.  Es war echt spannend, ihre Geschichte zu hören und dabei dem Gewitter zu zu sehen.

Am nächsten Morgen hatte es aufgehört zu regnen. Die Fahrt durchs Outback ging weiter.

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Outback nach dem Gewitter

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Ich und das Outback

Das Rote Center im Grünen Kleid

Es war eine lange Fahrt ins Zentrum von Australien. Wir verbrachten einen weiteren Tag  „On the Road“. Da Simon gerne etwas schneller unterwegs ist als erlaubt, kamen wir doch noch in eine Polizei-Kontrolle. Der Polizist war aber sehr freundlich und liess uns nach etwas Klatsch und Tratsch weiter fahren. Glück gehabt, Simon.

Nebst der Fahrerei mussten wir uns mitten im Nirgendwo auch noch um eine Poststelle kümmern, da das Auto immer noch nicht auf Manu’s Namen registriert war und die nötigen Papiere dringend dem Amt geschickt werden mussten, da sonst die Frist abgelaufen wäre. Um Manu’s Unterlagen beglaubigen zu lassen, suchten wir eine Polizeistation auf. Ein zweites Mal am selben Tag konnten wir uns an der Freundlichkeit Australischer Polizisten erfreuen.

Schliesslich waren alle Formalitäten geklärt und wir gönnten uns ein Bier in Erldunda. In Erldunda gab es nebst der Poststelle und der Polizeiwache nämlich noch eine Bar, eine Tankstelle und ein Roadhouse, wo wir uns für die Nacht einquartierten.

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Manu gibt Alles und Simon trinkt Bier

Einen Tag später war es dann so weit. Wir kamen in Yulara an. Dort stellten wir unser Zelt auf und begaben uns zum Herzen Australiens, dem Uluru. Sonnenuntergang anschauen war einmal mehr angesagt. Der Uluru stach mit seiner roten Farbe aus dem Grün heraus. Der ausgiebige Regen verwandelte das Outback nämlich in eine grüne Oase

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Da ist er, der Uluru

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Bereit für den Sonnenuntergang

Doch der Sonnenaufgang am nächsten Tag war viel spektakulärer. Bereits vor Sonnenaufgang machten wir uns auf den Weg, um die „Field of Light“ noch im Dunkeln bestaunen zu können. „Field of Light“ ist ein Kunstprojekt, welches den Uluru besonders vor Sonnenaufgang in Szene setzen soll. Die Idee fand ich speziell und hat mir gut gefallen.

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Field of Light

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Uluru bei Sonnenaufgang

Anschliessend machten sich ich und Manu einen gemütlichen Tag am Pool, während Simon den Uluru umwandern ging. Wir beiden hatten diese Aktivität für den nächsten Tag geplant.

Am Abend zog es uns dann aber wieder zu dritt zu den Olgas. Es gab eine kleine Wanderung und im Anschluss bestaunten wir den Sonnenuntergang. Eine Reise ins rote Center von Australien wäre nichts, ohne Sonnenuntergänge und Fliegen. Ja, an dieser Stelle möchte ich auch die lästigen Fliegen erwähnt haben. Echt mühsam die Dinger, aber die Sonnenuntergänge sind dafür Entschädigung genug;).

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Sonnenuntergang bei den Olgas

Und auf der Fahr zurück zum Zeltplatz erfüllte sich noch ein weiterer Wunsch von mir. Ich bekam einen wilden Dingo zu Gesicht, welcher die Strasse überquerte. Oder war es doch einfach ein wilder Hund?

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Ein Dingo in der Dämmerung

Der nächste Tag war zugleich auch unser letzter gemeinsamer Tag. Manu und ich wanderten um den Uluru. Der Uluru wird von den einheimischen Aboriginals verehrt und irgendwie strahlt dieser Berg auch eine besondere Energie aus. Wie aus dem Boden gestampft steht er da. Wir befolgten die Anweisungen, dass das Gestein nicht berührt oder betreten werden darf, um den Aboriginals Respekt entgegen zu bringen.

Zurück beim Zeltplatz verbrachten wir den letzten Abend gemeinsam. Wir kochten und scherzten. Bis sich wieder Regen ankündigte und wir uns ins Zelt zurück zogen.

 

Nasse Füsse in Alice Springs

Am nächsten Tag machte uns das Wetter wieder einmal einen Strich durch die Rechnung. Während es regnete und regnete, räumten wir unsere Sachen zusammen. Schliesslich verabschiedete ich Manu und Simon. Die beiden fuhren gemeinsam zurück nach Adelaide und weiter in Richtung Westen. Wenn wir uns nicht gerade auf die Nerven gegangen sind, hatte es echt Spass gemacht, mit den beiden zu reisen. Deshalb viel mir die Verabschiedung auch schwerer als gedacht. Aber das Leben ging weiter. Nachdem die beiden davon gefahren waren, hiess es für mich warten.

Schliesslich brachte mich der Bus im strömenden Regen nach Alice Springs. Teilweise waren die Strassen regelrecht geflutet.

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Outback mit Regen

Meine Tour, welche in in Alice Springs gebucht hatte, wurde abgesagt. Dafür konnte ich Wasser im Todd River sehen. Man sagte mir, dass dies nicht allzu oft vorkommen würde. Ich verbrachte den folgenden Tag in Alice Springs und flog dann mit dem Flugzeug zurück nach Melbourne.

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Todd River in Alice Springs

 

Die Reise durch das Outback war ein besonderes Erlebnis während meiner Reise durch Australien. Es war ganz anders, als ich es mir vorgestellte hatte. Ob, trocken oder nass, beeindrucken war es Allemal. 

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