1 Mio Sterne für das Rhotia Health Centre

Herzlich wurde ich von den Baldeggschwestern Sr. Verona und Sr. Blasia in Empfang genommen, als ich in Rhotia angekommen bin. Sr. Verona und Sr. Blasia gewährten mir für zwei Wochen einen Einblick in ihr Leben, welches sie seit 27 und 28 Jahren dem „Rhotia Health Centre“ in Tansania widmen.

Wie bereits letztes Jahr unterstützt meine Gemeinde Eschenbach SG das Rhotia Health Centre im Rahmen der Spendeaktion „1 Million Sterne„.

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Das Rhotia Health Centre

Mit grosser Hingabe und viel Engagenent haben die zwei Schwestern in all den Jahren ein gut funktionierendes Buschspital aufgebaut und geführt. Nächstes Jahr wollen die 78-jährige Sr. Verona und die 84-jährige Sr. Blasia aber in den Ruhestand treten und zurück in die Schweiz nach Baldegg kehren. Bis dahin gibt es aber noch so einige Projekte, die die Schwestern stemmen möchten, bevor sie Tansania verlassen und das Spital in die Hände der Einheimischen übergeben.

 

Das Rhotia Health Centre

Das Rhotia Health Centre hat 40 Betten. Die häufigsten Kranhkeitsbilder, welche behandelt weden, sind Aids, Malaria, Lungenentzündungen, Tuberkulose und Durchfallerkrankungen. Und natürlich kommen die Frauen ins Rhotia Health Centre um zu gebären.

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Ein Patientenzimmer

Nebst den stationären Patienten behandelt das Spital auch ambulant die Einwoner von Rhotia und Umgebung. So werden im Durchschnitt täglich etwa 60 Patienten betreut. Die ambulanten Patienten werden von den Ärzten untersucht und erhalten die Medikamente in der hauseigenen Apotheke. Das Rhotia Health Centre bietet im ambulanten Bereich auch Vorsogeunteruchungen für Schwangere an. In diesem Zusammenhang stellt das Buschspital auch eine Art Mütterberatung zur Verfügung. Die Mütter werden in gesundheits- und ernährungsbezogenen Themen aufgeklärt. Des Weiteren werden die Kinder hier geimpft.

Das Rhotia Health Centre verfügt über ein eigenes Labor und seit Kurzen hat es auch einen eigenen Operationssaal. Im neuen Operationssaal wurde schon eine Leistenhernie operiert, ein entzündeter Appendix entfernt und Kaiserschnitte durchgeführt. Es fehlt aber noch genügend OP-Personal. Dieses muss zum Teil noch in Karatu angefordert werden. Momentan werden gerade Personalhäuser für das zukünftige Operationsteam gebaut.

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Das Labor

In Kürze wird auch ein eigenes Röntgengebäude zur Verfügung stehen, es befindet sich in der letzten Bauphase. Auch für das Rötgen muss noch Personal mobilisiert werden.

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Das Röntgengebäude

Schliesslich ist das „Notfallzimmer“ zu erwähnen. In Tansania passieren viele Unfälle, vor allem Verkehrsunfälle. Kleinere Verletzungen wie Fleischwunden und Verbrennungen behandelt das Rhotia Health Centre fast täglich. Um Frakturen behandeln zu können, muss das Röntgengebäude zuerst noch fertig gebaut werden.

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Das Notfallzimmer

Wohin die Spendegelder fliessen

Im Gegensatz zu anderen Spitälern in Tansania, werden im Buschspital der beiden Schwestern alle behandelt. Wer genügend Geld hat, muss für die gesamte Behandlung aufkommen. Wer nur wenig hat, muss zumindest einen Teil der Behanldungsskosten selber tragen. Die, die nicht haben, erhalten die medizinische Behandlung kostenlos. Man kennt isch hier. Deshalb ist es für die Schwestern nich allzu schwierig einzuschätzen, welche Familien genügend Geld haben und welche arm sind. Die Ausgaben des Spitals betragen pro Monat 20 Mio TSH. Die Einnahmen betragen 11 Mio TSH. Die fehelnden 9 Mio TSH werden durch Spendegelder finanziert.

Durch Spendegelder werden auch die verschiedenen Bauprojekte finanziert. Und schliesslich finanzieren die beiden Schwesern auch noch weitere kleinere Projekte, die der Bevölkerung zu Gute kommen. HIV-positive Menschen erhalten jeden Mittwoch gratis ihre Medikamente. Dreimal im Jahr kommen Eltern mit ihren körperlich behinderten Kinder ins Buschspital und werden von einem Team aus Physiotherapeuten, Ärzten und Sr. Blasia betreut. In einem Partnerspital werden die Kinder mit Fehlstellungen operiert und die Eltern erhalten entwicklungsfördernde Instruktionen von den Physiotherapeuten und Ärzten. Ausserdem finanziert das Projekt auch Hilfsmittel wie Rollstühle oder Prothesen für die körperlich behinderten Menschen.

 

Die Probleme des Buschspital

Die Wasserknappheit stellt eines der grössten Probleme für das Buschspital dar. Sr. Verona hat schon zweimal erfolglos versuch, nach Wasser zu bohren. Deshalb muss das Wasser weiterhin in Tankwagen hergebracht und in die Wassertanks gefüllt werden. Die vorhandenen Wasserleitungen vom Dorf sind eigentlich unbrauchbar. Entweder werden sie von durstigen Elefanten ausgegraben und zerstört (die Regierung will die Leitungen nicht tiefer vergraben) oder die Bevölkerung klaut sich gegenseitig das Wasser weg, bevor es überhautpt am Spital angelangt ist.

Mit dem fehelndem Wasser geht auch der fehlende Strom einher. In Tansania wird der Strom hauptsächlich durch Wasserkraft erzäugt. Fast leere Stauseeen bedeuten somit wenig Strom. Manchmal hat es den ganzen Tag kein Strom. Für Operationen ist deshalb ein Stromgenerator unumgänglicht. Die Leistung des vorhandenen Generators ist jedoch limitiert und es können nicht alle Geräte im Operationssaal gleichzeitig verwendet werden. Sr. Verona möchte, sobald ausreichend Geldmittel vorhanden sind, einen leistungsstärkeren Stromgenerator kaufen.

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Der Operationssaal

Weitere Artikel vom Buschspital:
Ein bewegender Tag auf der Gebärabteilung

Alltag im Buschspital

 

Die Schwestern Blasia und Verona haben sehr viel für die Bevölkerung von Rhotia getan. Die Dankbarkeit der Einheimischen ist sichtlich spürbar. Es ist bewundernswert, was die Schwestern hier mit Hilfe von Spenden aufgebaut haben.  Es wäre wünschenswert, dass das Rhotia Health Centre auch noch lange nach Blasia’s und Verona’s Rückkehr in die Schweiz bestehen bleibt und so viele Menschen, die Hilfe wirklich nötig haben, Hilfe bekommen.

Also, hilf mit und unterstütze die Spendeaktion „1 Million Sterne“ am 12. Dezember 2015  in 8735 St. Gallenkappel!