Bye, Bye Nordamerika!

Ich kann es noch gar nicht glauben, aber meine Zeit in Nordamerika ist zu Ende. Vor wenigen Tagen bin ich in Australien angekommen und blicke nun auf eine ziemlich ereignisreiche Zeit zurück…

Aufbruch in den Norden

Vor ziemlich genau 6 Monaten traff ich letzten Mai in den USA ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich insgeheim gefragt, was ich mir den da wieder eingebrockt hatte. Mit dem Auto bis zur Arktis zu fahren, war bis anhin wohl die verrückteste Idee, die sich je in meinen Kopf gesetzt hatte.

Ich fasst allen Mut zusammen, kaufte mir mein Auto namens Odin und bin nach ausreichender Vorbereitung in Richtung Norden los gefahren. Die ersten spannenden Ereignisse liessen nicht lange auf sich warten. Ich genoss die Fahrt der Westküste entlang. Dann ging es in den Lasen Volcanic Nationalpark und zum Crater Lake.

Nach der ersten Woche Freiheit pur, befand ich mich im Regenwald des Olympic Nationalpark auf der Suche nach Vampiren. Vampiere fand ich keine. Dafür stellte sich der Grenzübertritt nach Kanada als problemlos und meine Sorgen als unbegründet heraus.

Meine erste Mission in Kanada war, für drei Tage von Vancouver in den Osten zu fliegen und dort meine Eltern bei den Niagara-Fällen zu treffen. Natürlich freute ich mich riesig, meine Eltern zu sehen! Zurück in Vancouver genoss ich das multikulturelle Stadtleben für einige weitere Tage, bis es dann weiter ging.

Etwas nördlich von Vancouver, in Pemberton verbrachte ich anschliessend einen wunderbaren Tag. Ein „Native“ (Indianer) brachte mir das fischen bei und gab mir einen beeindruckenden Einblick in sein Leben.

Schliesslich traf ich einige Tage später in Fort St. John bei meinen Freunden ein und nutzte die Gelegenheit, mich etwas zu erholen, bevor der richtige Norden auf mich wartete.

Eine Woche später fuhr ich auf dem Alaska Highway von Fort St. John nach Whitehorse. Zu diesem Zeitpunkt bekam ich das erste Mal ein Gefühl für den Norden und seine Vorzüge und Nachteile…

Und dann kam der Abstecher zu den verrückten Goldgräbern in Dawson City und der Grenzübertritt auf dem Top of the World Highway nach Alaska. Wow, dass war echt cool! Endlich in Alaska angekommen zu sein, war ziemlich erleichternd.

Und dann kam der entscheidente Moment für mich und Odin: Wir fuhren auf dem Dalton Highway nach Deadhorse und ich erfüllt mir den Traum von einem Fussbad im Arktischen Meer!

Doch Alaska hielt noch weitere Überraschungen für mich bereit. Nach den tierreichen Tagen im Denali Nationalpark, schaffte ich es tatsächlich zwei kaputte Autoreiffen auf einmal zu bekommen, und das in einer ziemlich abgelegenen Gegend, über 100 Meilen vom nächsten Dorf entfernt. Wie so oft halfen mir tolle Mitmenschen aus der Patsche. Dieses Ereignis führte mich schliesslich nach Homer. In Homer warteten Pferde, Reality Stars, Parties und das Meer auf mich…

Und weiter geht’s

Alaska bedeutete natürlich noch nicht das Ende meiner Nordamerika-Reise. Es zog mich nach einer Weile wieder in Richtung Süden.

In Fort St. John verbrachte ich wieder einige Zeit, um mich von den Erlebnissen in Alaska zu erholen. Dann stand ein weiteres Highlight bevor. Durch den Jasper Nationalpark fuhr ich in Richtung Osten nach Calgary. Die Fahrt war wunderschön und das Wandern liess ich mir natürlich auch nicht entgehen. Den Banff Nationalpark sparte ich mir für später auf.

In Calgary holte ich meine beiden Freundinnen Simona und Aline am Flughafen ab und wir verbrachten die nächsten zwei Wochen zusammen auf unserem gemeinsamen Roadtrip durch Montana, Wyoming und Alberta. Wir machten diverse Nationalpärke wie den Waterton Lake, den Glacier, den Yellowston, sowie Banff unsicher und genossen die gemeinsame Zeit in vollen Zügen. Ausserdem erfüllte ich mir einen weiteren grossen Traum und ging die wilden Mustangs auf dem Pryor Mountain besuchen.

Nachdem ich meine Freundinnen wieder zurück zum Flughafen in Calgary gebracht hatte, fuhr ich nach Tatla Lake, um die letzten Wochen als Cowgirl auf einer grossen Cattle Ranch zu verbringen. Das war eine grossartige Erfahrung.

Schliesslich hiess es Abschied nehmen und ich fuhr die letzte Strecke mit Odin über die Grenze nach Spokane, wo ich ihn verkaufen musste. Während dem Verkaufsgespräch brach ich immer wieder in Tränen aus und alle um mich herum versuchten mich zu trösten.

Ziemlich spontan fasste ich dann den Entschluss, nach Las Vegas zu fliegen und die letzte Woche dort bei Solomon (der Motorradfahrer, welcher ich auf dem Dalton Highway in Alaska kennen lernte) zu verbringen. Nebst dem „Valley of Fire“, dem Zion und dem Bryce Canyon Nationalpark, zeigte mir Solomon eine ganz andere Seite von Vegas, die mit Casinos so gar nichts am Hut hatte. Es war wunderbar…

Danke!

Sehr dankbar blicke ich auf eine unvergessliche Zeit zurück. Nie hätte ich gedacht, was in Nordamerika alles passieren würde. So viele Menschen begleiteten mich auf meinem Weg durch Nordamerika und bescherten mir schöne Moment, auch wenn es ab und zu recht holpprig (im wahrsten Sinne des Wortes) wurde.

Auch wenn ich alleine unterwegs war, fühlte ich mich nie alleine, da es immer wieder Menschen gab die mir ihre Hilfe, ihre Gesellschaft, ihr Essen und sogar ihr zu Hause anboten. Ja, diese Begegnungen mit so vielen tollen Menschen haben mich ziemlich geprägt und lassen mich die Welt einmal mehr von einem anderen Blickwinkel betrachten.

 

Hello in Down Under

Vor wenig Tagen bin ich in Brisbane angekommen. Die nächste Zeit werde ich hier bei einer Familie mit Farm verbringen. Ich helfe der Familie mit der Versorgung der Tiere und hüte die 2-jährige Tochter. Es gefällt mir sehr gut hier und ich fühle mich trotz Hitze und giftigen Tieren sehr wohl.

Doch mit meinen Gedanken bin ich noch immer mehr in Nordamerika, als in Australien. Das dauert wohl noch eine Weile, bis ich ganz in Australien angekommen bin.

Natürlich werde ich später einige Wochen mit Reisen verbringen, bevor ich nach Neuseeland gehen. Geplant ist aber noch nichts, ich schau mal was auf mich zukommt. Aber vermutlich werde ich der Ostküste entlang nach Melbourne reisen. Über etwas Reiseinspiration freue ich mich natürlich immer;).

 

Das wäre mein kleiner Rückblick auf die vergangene Zeit gewesen. Jetzt bin ich schon über ein Jahr weg von zu Hause. Unglaublich wie die Zeit vergeht. Ich bin gespannt, was in Australien alles auf mich wartet.

Mit dem Schreiben meines Blogs hinke ich etwas hinterher, da es nicht immer einfach ist, Zeit und Internet gleichzeitig zu finden. Aber ich werde mein Bestes geben, in nächster Zeit meinen Blog auf den neusten Stand zu bringen. Momentan habe ich aber das Problem, dass hier draussen im Busch das Internet sehr limitiert ist und ich keine Bilder hochladen kann. Deshalb musst du dich noch etwas gedulden, tut mir leid.

4 Gedanken zu “Bye, Bye Nordamerika!

  1. Reto Bollhalder

    Hallo Angela
    Das ist eine schöne Zusammenfassung und wir freuen uns auf die weiteren Bilder. Übrigens den Baum im Titelbild glaube ich zu kennen – Crater Lake?
    Liebe Grüsse Pa

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  2. Maria Wegmann

    Liebe Angela

    Schön, Du bist in Australien angekommen. So wie ich denke, hast Du sicher schon mit den lästigen Fliegen Bekanntschaft gemacht:-) Mir gefällt das Land unheimlich gut. Ich würde Dir raten, dass Du sicher auch noch einen Abstecher nach Cairns und das Hinterland von Cairns machst. Ich freue mich schon auf die nächsten Berichte mit Fotos, wo sicher wieder einige Erinnerungen von meinen Australienreisen aufkommen.
    Ich wünsche Dir viel spass und eine gute Zeit auf der Farm.
    Liebe Grüsse
    Dein Gotti

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    • Liebes Gotti
      Oh ja, die Fliegen in Australien sind zeitweise schon fast unerträglich! Aber ansonsten muss ich sagen, dass Australien schön ist und mir gefällt. Ich bin mir bereits am überlegen, wo ich denn hinreisen will, nach meinem Farmaufenthalt. Cairns steht auf alle Fälle in der engeren Auswahl;).

      Liebe Grüsse,
      Angela

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