Im Zwielicht des Olympic Nationalparks

Im Bundesstaat Washington hatte ich ein Ziel ganz besonders ins Auge gefasst: Der Olympic Nationalpark und seine Umgebung. Nebst den Regenwäldern, Küsten, Bergen, Seen und Flüssen, findet man dort vor allem Ruhe, Abgeschiedenheit und Regen…

 

Vampirfreie Filmkulisse

Wie einige vielleicht wissen, wurden im Olympic Nationalpark die Filme von „Twilight“ gedreht. Auf Vampire oder Wölfe bin ich aber nicht gestossen. Viel mehr musste ich mich vor einer Waschbären-Familie und einem Schwarzbären in Acht nehmen.

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Spaziergang durch den Regenwald

Meine Fahrt durch den Park startete ich im Südwesten, genauer gesagt im Quinault Rain Forest. Die Umgebung erinnerte mich immer wieder an den Film „Twilight“. Dichtes Grün, hohe Bäume und hie und da ein Reh erweckten Filmszenen in meinem Gedächtnis, zum Beispiel wie Edwart sich mit Bella durch die Baumwipfel schwang, oder wie die Wölfe durch den Wald rannten. Doch ausser meinen immaginären Bildern, war es ganz ruhig um mich, nur das Zwitschern der Vögel und das Rauschen des Baches begleiteten mich auf meinem Spatziergang durch den Regenwald.

In den folgenden Tagen war Twilight noch immer präsent, obwohl der Hipe darum schon längst verflogen war. Nicht nur das Dörfchen Forks und die Strassen vom Olympic Nationalpark, sondern auch der Strand von La Push waren Schauplätze der Geschichte von Bella, Edwart, Jack und Co.

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Strand von La Push

 

Regenreiche Tage

Der Olympic Nationalpark ohne Regen, wäre wohl nicht der Olympic Nationalpark. Das wurde mir ziemlich schnell bewusst. Dunkle Wolken hingen nahezu den ganzen Tag am Himmel. Das störte mich nicht weiters. Die Regenjacke war mein ständiger Begleiter, denn der Regen kam immer, früher oder später.

Und wenn meine Regenjacke an ihre Kapazitätsgrenze kam, dann war mein wasserdichter Odin auch noch da. Für Viele wäre es wohl die Langweile pur gewesen, ohne Strom und Internet diese Regenschauer ausharren zu müssen. Doch eingekuschelt in meine Decken, machte ich es mir im Auto gemütlich und widmete mich dem Lesen, manchmal für Stunden, ohne zu merken wie die Zeit verging.

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Regenwolken über dem Mora Beach

Der Regen plätscherte im Regenwald von Quinault an die Fenster und versezte mich manchmal nahezu in einen meditativen Zustand. Ich schaute den Regentropfen zu, wie sie über die Fenster kullerten und Odin von jeglichem Schmutz befreiten.

Doch es gab auch Momente, da blickte die Sonne hervor und tauchte den dichten Regenwald oder die Strände in ein besonderes Licht.

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Sonnenlicht im Regenwald

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Der Strand von  Kalaloch bei Sonnenschein

 

Olympic Nationalpark entdecken

Vom Quinault Rainforest fuhr ich weiter nach Forks. Dort verbrachte ich eine Nacht, um durch das Dorf zu schländern und die Annehmlichkeiten von Internet, Strom, einer Dusche und das Vorhandensein von Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten zu geniessen.

Nach einem regenreichen Strandtag in La Push und Mora ging es in Richtung Norden, am Lake Crescent vorbei nach Port Angeles. Dort angekommen, nutzte meine Gastgeberin das schöne Wetter, um mir Orte zu zeigen, die anderen Touristen meistens verwehrt bleiben. Sie zeigte mir Strandabschnitte mit Sandbänken, die viele Möven und andere Vögel anzog, sowie ein Hafenabschnitt, den nur die Einheimischen kennen. In Port Angeles blieb ich dann auch ein paar Tage, um mit der Fähre einen Ausflug nach Victoria (Vancouver Island) zu machen und in die Berge des Nationalparks zu gehen.

In den Bergen erwartete mich dann innerhalb weniger Stunden alle Wetterlagen. Ich beschloss trotztem eine Wanderung beim Hurricane Ridge zu unternehmen. Zwischen Sonnenschein, Nebel, Regen und Schnee wanderte ich den Berg hoch. Trotz der Tatsache, dass die Sicht nicht optimal war, liess sich die grandiose Bergwelt dennoch erahnen.

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Und da ist der Schnee

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Wanderung auf dem Hurricane Ridge

Während dem Hochwandern, begegnete ich einem Reh, dass sich von meiner Anwesenheit überhaupt nicht stören liess. Es frass und legte sich dann zum Schlafen hin.

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Ein Reh ganz nahe

Kurze Zeit später erblickte ich einen Schwarzbär  auf einer Wiese. Er zottelte gemütlich von einem Wald zum anderen. Ich freute mich, wieder im Bärenland zu sein und diese beeindruckenden Tiere aus sicherer Distanz beobachten zu können.

Nach der Wanderung blieb ich noch eine weitere Nacht in Port Angeles und verliess dann den Olympic Nationalpark von Port Townsend mit der Fähre.

 

Der Olympic Nationalpark hatte so Einiges zu bieten. Man brauchte nur kurze Distanzen zu fahren, um sich in einer völlig anderen Umgebung wieder zu finden. Regen hin oder her, ein Besuch des Olympic Nationalparks sollte man bei einer Reise nach Washington definitiv einplanen.

Ein Gedanke zu “Im Zwielicht des Olympic Nationalparks

  1. Maria Wegmann

    Hallo Angela

    Mich hat natürlich gerade das viele Schwemmholz angelacht. Habe mir vorgestellt, was ich alles aus diesem Holz basteln kann. Es ist einfach sagenhaft diese Natur. Es freut mich, dass Du diese Reise so geniessen kannst.
    Wünsche Dir weiterhin eine unfallfreie Fahrt:-)
    Grüessli Gotti

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