Überraschungsreiches Oregon

Nachdem ich den Lassen Volcanic Nationalpark in Kalifornien hinter mir gelassen hatte, ging das Abenteuer in Oregon weiter. Oregon begrüsste mich nicht nur mit Schnee, sonder hielt auch weitere Überraschungen für mich bereit.

 

Der Crater Lake im weissen Kleid

Mit einer Höhe von nicht einmal 2700 Metern, hatte ich nicht mehr mit Schnee am Crater Lake gerechnet. Schliesslich war es warmes Sommerwetter. Doch bei meiner Ankunft im Crater Lake Nationalpark musste ich feststellen, dass sich hier noch alles in der Auftau-Phase befindet.

Die Strasse war auf der Westseite schneefrei und befahrbar. Meterhohe Schneemassen liessen dennoch darauf schliessen, mit wieviel Schnee die Strasse bedeckt gewesen sein musste.

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Schneewände

Nachdem ich die Eintritsgebühr bezahlt hatte, dauerte es nicht mehr lange, bis ich beim Rim Village Visitor Center ankam und dort meinen Odin parkieren konnte. Natürlich musste ich zuerst einen Blick auf den Crater Lake werfen.

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Wunderschöner Crater Lake

Der Crater Lake entstand vor tausenden Jahren, als die Magmakammer des Vulkans Mazama, nach mehreren heftigen Ausbrüchen, einstüzte. Anschliessend füllte sich der Krater mit Regen- und Schneeschmelzwasser. Das klare Wasser verleiht dem See eine tiefblaue Farbe.

Während ich am Kraterrand stand und die Szenerie betrachtete, fiel mir ein, dass ich bereits eine ganze Woche mit Odin unterwegs war. Das musste natürlich gefeiert werden und ich gönnte mir einen Burger mit Schweizer Käse in einem Restaurant.

Da mir der Kraterrand so gut gefiel, musste ich ihn am nächsten Tag nochmals besuchen gehen. Ich genoss die Landschaft und fuhr über die schneefreie Westseite von Süden nach Norden in Richtung Bend.

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Der Crater Lake einen Tag später

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So schön…

 

Die unangenehme Überraschung in Bend

In Bend fand ich eine weitere Möglichkeit, um eine Couch zu „surfen“ . Liana und Peter stellten mir ihr Gästezimmer zur Verfügung.

Ich traff mich mit Liana gegen den Abend in der Innenstadt von Bend. Bend hatte nämlich eine Veranstaltung, welche sich „First Friday Art Walk“ nannte (schon wieder eine Kunststadt?!?). Doch zuerst musste ich mich durch den Feierabendverkehr quälen und einen Parkplatz finden. Schliesslich traff ich mich dann mit Liana in einem Cafe.

Kurze Zeit später schlenderten wir durch die Strassen. Ganz Bend schien draussen zu sein. Der „Art Walk“ war eine Veranstaltung, welche sich der Kunst widmete. Auf der Strasse und in öffentlichen Gebäuden machten Menschen Musik, tanzten, stellten Bilder und Skulpturen auf und überall gab es etwas zu essen und zu trinken. Peter, der Ehemann von Liana, kam auch noch dazu und wir zogen zu Dritt um die Häuser.

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Musiker in Bend

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Kunst am Fahrrad oder so

Wir verbrachten einen unterhaltsamen Abend. Am nächsten Tag wartete dann eine weitere Überraschung auf mich. Ich war in der Stadt unterwegs. Als ich zu meinem Auto zurück kam, war ein Fenster ganz offen. Ich wusste aber, dass es zu war, als ich weg ging. Ich versuchte es zu schliessen, doch ausser einem komischen Geräusch passierte nichts. Peter kam mir zur Hilfe und schraubte die Innenseite der Türe auseinander, um das Problem zu finden. Er meinte, dass ein Kabel gerissen war.

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So sieht eine Autotür von innen aus

Da liess sich nichts machen, ich musste Odin zur Garage bringen. Da es aber schon Samstagnachmittag war und die Garage kein Ersatzteil für das Fenster hatten, hätte ich für die Reperatur bis Montag oder Dienstag warten müssen. Ich rief in Salem bei einer Honda-Autogarage (Acura ist eine Marke von Honda) an, um nach zu fragen, ob sie mein Auto am Montag flicken könnten. Salem war nämlich der nächste Ort meiner Reise. Sie sagten mir, ich solle das Auto am Montag vorbei bringen.

Der Automechaniker hatte Mitleid mit mir und klebte das Fenster so gut es ging mit Klebeband zu. So konnte ich zumindest ohne Probleme am nächsten Tag nach Salem fahren.

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Odin’s defektes Fenster

Die Optik war mir egal. Ich hatte viel mehr Angst, dass mir jemand meine Sachen oder sogar das ganze Auto klaut. Am Abend vor meiner Weiterreise, half ich meiner Gastfamilie den Garten zu jäten, um mich von meinen Sorgen abzulenken. Ich hatte dennoch eine schlaflose Nacht.

 

So ein Zufall aber auch

Am nächsten Tag wurde ich von meiner weiteren Gastgeber-Familie spontan zum Bootsausflug eingeladen. Der Detroit Lake lag nämlich genau an meinem Weg, welcher ich von Bend nach Salem fahren musste. Die Famile holte mich morgens am Seeufer mit ihrem Boot ab. Ich freute mich riesig, dass ich einen Tag auf dem See verbringen konnte, es war nämlich über 30 Grad warm. Die Famile bestand aus 4 Kindern, Karen und Donny. Eine richtig quirlige und lebensfrohe Familie dachte ich mir, als ich sie vom Seeufer aus sah.

Als ich es mir auf dem Boot gemütlich gemacht hatte, erzählte ich der Familie von meinem Autofenster-Problem. Donny musste lachen und sagte anschliessend, dass er bei Hond als Automechaniker arbeitet. Zufälle gibt es, es ist kaum zu glauben.

Schon bald wolltem die Kinder etwas mehr Action als nur reden. So schnallte sich Maddy als Erste das Wakeborard um die Füsse und Donny nahm Fahrt auf, ums sie hinter dem Boot her zu ziehen. Das hatte nur schon beim Zuschauen Spass gemacht.

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Action und Entspannung auf dem See

Später brauchte auch ich eine kurze Abkühlung. Das Wasser war richtig kaltes Bergwasser. Es war herrlich!

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Herrlich!

Der Abend kam näher und wir machten uns auf den Weg nach Salem. Karen und Donny mussten noch etwas erledigen. Vor zwei Jahren hatten Karen und Donny ein Pub eröffnet, welches 45 verschiedene Biersorten verkauft. Oregon ist für seine Bierbrauereien bekannt. Die Beiden wollten noch kurz bei ihrem Pub vorbei schauen und es mir zeigen. Nachdem ich einige Biere gekostet hatte, entschied ich mich dafür, ein Bier welches in Salem gebraut wurde, zu trinken. Karen und Donny erzählten mir von der Kunst des Bier brauens und stellten mich einigen Stammkunden vor.

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Ein leckeres Bier aus Salem

Ich kam mit den Gästen schnell ins Gespräch und natürlich erfreute ich mich am leckeren Bier.

Den Abend liessen Karen, Donny und ich dann später vor der Garage der Nachbarn ausklingen. Einige Nachbarn hatten sich mit Campingstühlen dort versammelt und unterhielten sich. Mir gefiel die Atmosphäre und dass sich die Nachbarn untereinander so gut verstehen. Ich holte meinen Strassen-Atlas hervor und besprach mit einem Nachbarn, welcher selber von Alaska nach Oregon gefahren war, meine Route nach Alaska.

Ich blieb noch eine weitere Nacht, bis ich Donny mein Auto in die Autowerkstatt bringen konnte und er mir das Fenster reparierte.

 

Und wieder einmal bin ich auf tolle Menschen getroffen, die mir grosszügig ihr zu Hause anboten und sich auch noch Zeit für mich und meine Problehme nahmen. Wenn man reist, dann muss man immer wieder mit Überraschungen rechnen, das macht das Ganze auch so spannend. Die Menschen und Begegnungen machen jedes Erlebis der Reisen einzigartig.

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