Chilenischen Vulkanen ganz nahe sein

Wer durch Chile reist, der kommt um das Bestaunen von Vulkanen nicht herum. Man muss sie einfach gesehen haben. Sie sind mächtig und schön anzuschauen. Doch die Unberechenbarkeit eines aktiven Vulkans, darf natürlich nicht ausser Acht gelassen werden.

 

Auf den Spuren der Vulkane in Puerto Varas

Puerto Varas hiess der nächste Ort, den Seline und ich besuchten. Puerto Varas bot sich an, da es in der Nähe von den Vulkanen Osorno und Calbuco gelegen ist. Doch Puerto Varas hatte noch mehr zu bieten, nämlich einen See und das Restaurant „Cassis“. Der Lago Llanquihue setzte den Vulkan Osorno so richtig in Szene. Und das Restaurant „Cassis“ eroberte unsere Herzen bereits nach wenigen Minuten Aufenthalt in Puerto Varas. Im „Cassis“ assen wir uns sozusagen durch die ganze Menükarte, vom leckern Frühstück bis hin zu Salaten, Suppen, Burgern, Pizzas und natürlich Torten und Kuchen. Zu unserer Freude war das „Cassis“ auch in Pucon vertreten.

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Unser Liebblings-Restaurant

Diese Gegend ist bekannt für leckere Torten und Kuchen. Die Tradition des Kuchen Backens und des Torten Kreierens haben vor langer Zeit die Deutschen nach Chile gebracht. Natürlich gönnte ich mir das eine oder andere Torten- oder Kuchenstück. Gleich beim ersten Tortenstück bin ich auf das Beste Stück Torte, das ich je gegessen habe gestossen. Die Torte namens „Pucon“ gab’s natürlich im Cassis. Bestehend aus Meringue, Himbeeren, Rahm, Dulche de Leche und Kuchenteig, traf sie ganz genau meinen Geschmack.

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Mein Tortentraum

Aber natürlich widmeten wir unseren Aufenthalt in Puerto Varas hauptsächlich den Vulkanen. Wir wollten sie nicht nur von Weitem betrachten, sondern ihnen auch etwas näher kommen.

Der letzte Ausbruch des Volcano Calbuco (2003 m) liegt gerade einmal ein Jahr zurück. Am 22. April 2015 versetzte er die Menschen in Puerto Varas und Umgebung in Angst und Schrecken. Unsere Gastgeberin zeigte uns davon ihre eindrücklichen Bildaufnahmen auf dem Handy. Und auch Google liefert dazu beeindruckendes Bildmaterial.

Doch während unserem Besuch, zeigte sich Calbuco von seiner unscheinbaren und friedlichen Seite. Er schien zu schlafen. Nichts deutete auf seine Gewalt hin.

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Volcano Calbuco

Grössere Beachtung schenkten Seline und ich dem Osorno (2652 m). Der letzte Ausbruch des Osornos liegt bereits rund 150 Jahre zurück. So lädt er die Touristen beinahe zu einem Besuch ein. Ein Skigebiet befindet sich an seinen Hängen. Auch zu schneefreien Zeiten, ist er ein beliebtes Touristenziel. Mit den Sessellift geht es bis auf 1670 Meter hoch.

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Der Sessellift beim Vulkan Osorno

Bei strahlend schönem Wetter sassen Seline und ich auf dem Sessellift und genossen die Vulkanlandschaft. Auch die Sicht auf den Lago Llanquihue war toll. Man konnte sooo weit sehen.

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Wunderschöne Vulkanlandschaft

Doch beim auf dem Sessellift rumsitzen blieb es nicht. Seline und ich wollten noch etwas den Hang hoch gehen. Auf dem rutschigen Vulkansand ist dies ein relativ mühsames und anstrengendes Vorhaben. Doch Gletscher von Nahe zu sehen ist cool. Die Spitze des Osornos war nämlich vom Gletscher überzogen. So stampften wir im Sand hoch und liessen unsere Blicke vom Gletscher über die graue, schwarze, braune, rote, grüne Vulkanlandschaft bis hin zum See schweifen. Mit dem Sessellift ging es dann wieder nach unten.

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Ein mühsamer Spaziergang

Auf dem Heimweg nach Puerto Varas machten wir einen Zwischenstopp bei den „Saltos del Petrohue“.  Die kleinen Wasserfälle und Stromschnellen befinden sich im gleichnamigen Fluss.

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Saltos del Petohue

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Der Vulkan Osorno im Hintergrund

Der asche- und feuerspuckende Volcano Villarrica in Pucon

Die Tage in Puerto Varas haben in uns ein besonderer Wunsch hervor gerufen. Wir wollten einen Vulkan besteigen. Die Vorstellung, sich durch Vulkanstaub, Asche und Eis hoch zu kämpfen und dann oben am Kraterrand stehen zu können, packte uns. So meldeten wir uns zur Besteigung des Vulkans Villarrica an.

Einen Tag davor erwartete uns der Tourenanbieter. Wir erhielten unsere Instruktion und probierten die Ausrüstung an. Schutzhosen, Schutzjacke, Helm, Schuhe, Handschuhe, sowie ein Rucksack, Eispickel, Steigeisen und ein „Schlittel-Teller“ um ein Stück des Gletscher herunter zu rutschen, gehörten zur Ausrüstung.

Wir wurden nochmals darauf hingewiesen, dass die Touren öfters abgesagt werden, als dass sie wirklich statt finden. Die Tour kann nämlich nur durchgeführt werden, wenn die Bedingungen optimal sind. Ansonsten wäre ein Aufstieg zum aktiven Volcano Villarrica zu riskant. So hofften Seline und ich auf gutes Wetter, weite Sicht, angenehme Temperaturen, keinen Wind und nicht zu starke Vulkanaktivität. Bis am Abend vor dem Aufstieg schien auch alles im grünen Bereich zu sein.

Im Hostel zeigte mir die Rezeptionistin ein Video, welches ein Tourguide am Kraterrand des Villarricas vor drei Tagen aufgenommen hatte. Aus dem Krater spritzende Lava war zu sehen. Das Video faszinierte mich.

Nach einer eher unruhigen Nacht, kam morgens um 6 Uhr die ernüchternde Meldung. Die Tour wurde abgesagt, da es Nebel um den Vulkan hatte und es in der Nacht regnete. Ich war schon enttäuscht, obwohl ich mir bewusst war, dass es von Beginn an eine Sache des Glücks war. Wir planten leider nur zwei Tage ein, für eine mögliche Besteigung des Villarrica. Im Nachhinein wären drei Tage definitiv die bessere Wahl gewesen. Nun ja, schlussendlich hätte die Tour auch noch viele weitere Tage abgesagt werden können.

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Der Vulkan Villarrica – so nah und doch so fern

So schlenderten Seline und ich nach dem Ausschlafen durch Pucon und suchten uns eine „Ersatzbeschäftigung“. Dabei viel unser Blick immer wieder auf den rauchenden Villarrica, der nun frei von Nebel in der Sonne stand.

Spontan entschieden wir uns für Canopy. Das wollte ich sowieso einmal ausprobieren. Beim Canopy klettert man über Treppen auf Plattformen, welche an Bäumen befestigt sind. Man klinkt sich dort mit seiner Klettergurte in ein Seil ein, welches quer durch die Baumwipfel gespannt ist. Schliesslich saust man am Seil hängend auf die andere Seite, dorthin wo das Seil befestigt ist. Und von der dortigen Plattform ist dann wieder ein weiteres Seil gespannt, welches einem an den nächsten Standpunkt bringt.

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Startklar für eine Canopy Tour

Nach der Instruktion ging es los. Ich war schon ziemlich nervös und brauchte etwas Überwindung, um den sicheren Untergrund zu verlassen. Das Bremsen erfolgte mit einem speziellen Handschuh. Wenn man zuwenig bremste, bestand die Gefahr, in einen Baum zu krachen. Bremste man zuviel, dann hiess es, sich mit seiner eigenen Körperkraft zur nächsten Plattform ziehen zu müssen. Glücklicherweise hatte ich den Dreh schnell raus. Ich begann den Andrenalin-Kick und den Flug durch die Luft, an den dichten Bäumen vorbei, so richtig zu geniessen. Die Überquerung des Flusses bereitete mir besonderen Spass. Mit Vergnügen düsten wir durch den Wald, von Plattform zu Plattform. Nach einer Stunde war der ganze Spass schon wieder vorbei.

 

Vulkane sind so unglaublich faszinierend. Doch mir ist bewusst, dass diese Naturgewalten mit Respekt genossen werden müssen. Es wäre schön gewesen, den Villarrica besteigen zu können. Vielleicht ergibt sich diese Gelegenheit ja zu einem späteren Zeitpunkt irgendwo auf dieser Erde. Auf alle Fälle war das Canopy eine super „Ersatzbeschäftigung“, die richtig Spass machte.

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