Im Feuerland am Ende der Welt

Mit riesiger Vorfreude stiegen Seline und ich in Buenos Aires ins Flugzeug und flogen bis ans Ende der Welt, nach Ushuaia. Unten angekommen, wurden wir vom stürmischen Wind des Feuerlandes begrüsste, welcher uns beinahe wieder zurück nach Buenos Aires geblasen hätte. Genau so hatte ich mir die Ankunft am Ende der Welt vorgestellt.

 

Ein Hafenstädtchen mit besonderem Charme

Nur schon alleine die Tatsache, dass sich Ushuaia am Ende der Welt befindet, rückte die Stadt für mich in ein besonderes Licht. Ich find es einfach faszinierend aufs Meer zu schauen und mir vorzustellen, was sich wohl hinter den Bergen und dem Horizont befindet.

Ushuaia besteht hauptsächlich aus Hafen und Tourismus. Viele Touristen kommen nach Ushuaia, um eine Reise in die Antarktis zu machen oder per Schiff zu einer anderen Destination zu gelangen. Der Tourismus konzentriert sich sehr auf den Hafen und das Stadtzentrum. Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Tourenanbieter reihen sich dort aneinander.

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Der Hafen von Ushuaia

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Ich bin da gewesen

In den Wohnquartieren stechen hingegen die etwas zusammengewürfelt wirkenden und bunten Häuser heraus. Auch das Trottoir besteht aus einem Flickenteppich, der so manche Stolperfalle bietet. Die kleinen Vorgärten der Anwohner sind eingezäunt und wenn sich nicht gerade ein Hund darin befindet, dann dienen diese Vorgärten hauptsächlich als private Alteisendeponie. Auch wenn das ganze etwas unordentlich aussieht, unterstreicht es doch die unkomplizierte und gelassene Lebensart der Ushuaianer. Nur beim Auto fahren verstehen sie keinen Spass. Da wird gehupt was das Zeug hält, fast schon wie in Tansania.

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Sicht auf Ushuaia

Die Ushuaianer sind ein äusserst gastfreundliches und weltoffenes Volk. So kam es auch, dass wir unerwartet von Ushuaianern zum Asado (argentinisches Barbecue) eingeladen wurden, obwohl wir nur kaum bis mässig gut Spanisch sprechen und unsere Gastgeber nicht die besseren Englischkenntnisse hatten. Wir verbrachten einen tollen Abend mit leckerem Essen, etwas zu viel Rotwein, spannenden Unterhaltungen und einer spontanen Jam Session. Solche Erlebnisse sind einfach unbezahlbar!

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So zelebriert man Asado

 

Der Tierra del Fuego Nationalpark

Wenn man schon ganz unten angekommen ist, dann sollte man sich auf keinen Fall den Tierra del Fuego Nationalpark entgehen lassen. Der am Meeresufer gelegene Nationalpark bietet diverse Wanderrouten durch grandiose Natur. Seline und ich entschieden uns für den Wanderweg am Meeresufer entlang. Der Weg führte durch einen Wald und wurde immer wieder von Strandabschnitte ergänzt. Bäume, welche ich noch nie zuvor gesehen habe, knarrten im Wind und das sanfte Rauschen des Meeres wechselte sich mit dem Pfeifen des Windes. Der teilweise dichte Wald gewährte immer wieder Blicke über das Meer und zum traumhaften Bergpanorama mit schneebedeckten Gipfeln.

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Wanderung durch den Tierra del Fuego Nationalpark

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Feuerland in Sicht

Obwohl die gewählte Route sehr beliebt ist bei den Touristen, konnten wir ungestört und alleine unseren Weg gehen. Auf einer Wiese machten wir eine Picknick-Pause und beobachteten frei umherlaufende Pferde. Die ganze Szenerie war sehr idyllisch.

Nach ungefähr 8 km Fussmarsch erreichten wir unser Tagesziel, den Lago Roca. Dort angekommen, entspannten wir eine Stunde am See, da wir sowieso auf den Bus warten mussten. Der Wind liess plötzlich nach und es wurde so richtig warm. Ich legte mich in den von der Sonne gewärmten Kies und gönnte mir ein Nickerchen am Seeufer.

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Ein schönes Fleckchen zum entspannen

 

Die Laguna Esmeralda

Wir erhielten den Tipp, zur Laguna Esmeralda zu wandern. Die Laguna Esmeralda ist ein Bergsee, welcher 20 km von Ushuaia entfernt, liegt. Der Weg dort hin war ein kleines Abenteuer für uns. Denn dort hin kommt man nur mit dem Auto. Es ist üblich, dass Backpacker per Autostopp dort hin gelangen.

Also haben Seline und ich uns dazu überwunden, zum ersten Mal in unseren Leben Autostopp zu machen. Wir stellten uns an die Strasse und hielten unsere Daumen raus. Zuerst waren wir noch etwas zögerlich, aber wir merkten schnell, dass sich die Ushuaianer Autostopper gewöhnt sind. Schliesslich hielt ein Pickup und der Fahrer bot uns an, uns bis zum Stadtrand mitzunehmen, da es dort einfacher ist, Autos zu finden, die aus der Stadt raus fahren. Dankend nahmen wir sein Angebot an. So standen wir dann an der Strasse, welche aus der Stadt heraus führte. Kurze Zeit später hielt ein Lastwagen und nahm uns mit. Seline und ich waren völlig begeistert, einmal Lastwagen fahren zu dürfen. Die Fahrt war echt cool. Der Fahrer liess uns dann beim Parkplatz raus und wir machten uns zu Fuss auf den Weg zur Laguna Esmeralda.

Der Weg führte durch Wälder, Sumpfgebiet und Wiesen. Biber haben im Fluss kunstvolle Dämme gebaut. Doch leider liessen sie sich nicht blicken.

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Auf dem Weg zur Laguna Esmeralda

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Ein Biberdamm

Es ging den Berg rauf und irgendwann sind wir zu einem Bach gestossen. Er plätscherte vor sich hin, bis wir oben den Bergsee erreichten. Wir setzten uns ans Seeufer zu den anderen Wandern und liessen die Umgebung auf uns wirken. Es hat viele andere Wanderer hierher gezogen, da das Wetter optimal war. Denn bei Regen ist der Weg sehr schlammig und nass.

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Ein Bach schlängelt sich ins Tal

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Die Laguna Esmeralda

 

 

 

Vom Glück verfolgt, hatten wir auch am Ende der Welt ein schönes Erlebnis nach dem anderen. Die Tage vergingen wie im Flug und das Abschied nehmen kam viel zu rasch. Das Feuerland hat es geschafft, mir wieder einen neuen Floh ins Ohr zu setzen, nämlich die Antarktis. Ich muss es irgendwann dorthin schaffen…

7 Gedanken zu “Im Feuerland am Ende der Welt

  1. Wegmann

    Hallo Angela
    Das ist unglaublich, was Du da alles erlebst. Es sind wunderbare Berichte und sehr schöne Bilder. Wünsche Euch noch eine tolle Reise. Dein Gotti

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  2. Bernadette

    Liebe Angela
    melde mich mal auf diesem Weg bei dir. Wir trafen uns im Oktober bei den Schwestern in Rhotia zusammen mit Theresa, Jost und Margret.
    Ich verfolge deine Reise und bin immer wieder fasziniert von deinen Berichten und vor allem von deinen Bildern, besonders von Feuerland. Wie anders ist die Welt dort im Vergleich zu Tansania.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Glück und wunderbare Begegnungen und dann Buen Pascua!!
    saludos de Suiza Bernadette

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    • Liebe Bernadette

      Vielen Dank für die lieben Mails, die ich von dir erhalten habe, ich werde dir sobald als möglich antworten. Es freut mich zu hören, dass dir meine Berichte gefallen.

      Liebe Grüsse

      Angela

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