Karibu in Afrika

Bereits am Flughafen wurden ich und die anderen Teilnehmer aus meiner Reisegruppe mit einem Lächeln und einem freundlichen „Karibu“ von den Flughafenangestellten begrüsst. Es folgten viele weitere „Karibus“. „Karibu“ heisst „Willkommen“ auf Swahili. Es steht aber auch im Zusammenhang mit „Bitte“ oder „gerne geschehen“, vom englischen „Your Welcome“ abgeleitetet.

Afrika ist anders. Afrika ist faszinierend und berührend. Afrika ist bunt und doch so trocken. Afrika bringt mich jeden Tag aufs Neue zum Staunen und Nachdanken. Manchmal machte es mich auch etwas traurig. Ich werde wohl noch einige Wochen oder gar Monate brauchen, um Afrika besser zu verstehen. Doch der Start in Tansania war grossartig. Das habe ich wohl nicht zuletzt meiner erfolgreichen Besteigung des Kilimanjaro und der tierreichen Safari zu verdanken. Die Berichte dazu werden noch folgen.

Mittlerweile bin ich im Buschspital in Rhotia angekommen. Unglaublich was die Menschen hier leisten! Auch vom Buschspital werde ich dir noch berichten. Doch jetzt erzähle ich von meinen ersten Eindrücken von Tansania.

Immer schön Pole, Pole oder anders gesagt: Hakuna Matata

In Tansania tickt die Uhr etwas langsamer als man es sich gewohnt ist. „Pole, pole“ – „langsam, langsam“ bekommt man nicht nur während der Besteigung des Kilimanjaro oft von den einheimischen Führern und Trägern zu hören. „Pole, pole“ ist fest im tansanischen Alltag integriert. Man macht sich hier weniger Sorgen und sieht alles etwas gelassener „Hakuna Matatat“ – „kein Problem“, sich zu viele Sorgen machen, hilft niemandem weiter.

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Pole, pole und das Leben geniessen

Tansanier haben Rhytmus und Musik im Blut

Beschämt schauten wir in die Runde, als es am Trägerfest darum ging, unseren tansanischen Führern und Trägern ein Lied zu singen. Zuvor haben die Träger und Führer uns Lieder gesungen und dazu getanzt, so wie sie es schon oft während der Besteigung des Kilimanjaro getan haben. Wenn sie singen, dann steckt da sehr viel Herzblut und Lebensfreude dahinter. Jeder noch so steife Schweizer wird davon angesteckt und macht mit.

Schliesslich haben wir Frauen uns dazu entschlossen „Alperose“ zu singen. Das einzige Lied, welches uns in den Sinn gekommen ist. Alle anderen schweizer Lieder wären zu fade oder langsam gewesen und hätten nie mit den Gesängen der Einheimischen mithalten können.

Tansanier haben tolle Stimmen, ich glaube jeder kann singen. Und zum Singen gehört für sie tanzen dazu. Sie reissen mich immer wieder mit, wenn sie singen und tanzen. Das tuen sie sehr oft, nicht nur an Festen.

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Singende und tanzende Tansanier am Trägerfest

Wasser ist wirklich kostbar

Beinahe eine ganze Woche haben wir vor uns hin gestunken, auf dem Weg zum Kilimanjaro. Einzig und allein am „Washing Wather“, welches uns in Schüsseln gereicht wurde, konnten wir uns erfreuen. Dazu kam noch, dass wir literweise Wasser und Tee getrunken haben während der Besteigung. Mühsam haben unsere Träger jeden Tropfen Wasser hochgeschleppt. Nur schon alleine diese Erkenntnis hat bei mir ein ganz neuse Bewusstsein für Wasser geschaffen.

Wenn man durch die trockenen Gegenden fährt und sieht, wie weit die Massai ihre Tiere treiben müssen, um sie zu tränken und wie sie in Eimern auf ihren Köpfen das Wasser zu ihren Dörfern transportieren, bemerkt man, wie kostbar Wasser ist. Auf der Safari beobachtet man, wie die vielen Tiere an der Wasserstelle wieder aufblühen  nachdem sie eine lange Wanderung auf sich genommen haben, um an Wasser zu kommen

Während ich diese Zeilen schreibe, fährt der Lastwagen mit einem Tank Wasser vor. Endlich kann ich heute Abend wieder einmal duschen. Dankbar drücke ich dem Wasserbringer 100’000 TSH in die Hand. Ich habe das erste Mal in meinem Leben für Leitungswasser bezahlt.

Strom wird meist duch Wasserkraft erzeugt. Wenig Wasser bedeutet somit auch wenig Strom. Es gibt nur stundenweise Strom. Plötzlich ist er da und genau so schnell ist er auch wieder weg.

Es geht mir wirklich gut hier in Tansania. Alles ist noch so neu und absolut spannend. Ich hoffe, bald wieder genügend Strom und Internet zu haben, um dir mehr von Tansania zu berichten.

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2 Gedanken zu “Karibu in Afrika

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