Meine Neuseeland-Highlights Teil 4: Auf Entdeckungstour im Abel Tasman Nationalpark

Im vierten und letzten Teil meiner Neuseeland-Highlights berichte ich dir von meinen Erlebnissen im Abel Tasman Nationalpark. Er befindet sich im nördlichsten Teil der Südinsel und hat so einiges zu bieten, nämlich Natur pur und gaaanz viel Action!

Der Abel Tasman Nationalpark aus der Luft

Wenn man durch Neuseeland reist, wird einem ziemlich schnell bewusst, dass Neuseeland und Extrem-Sportarten irgendwie zusammen gehören. Der Sprung von der Brücke oder aus dem Flugzeug war für mich nie ein Thema und plötzlich hat es mich dann doch gepackt. Ich liebe es zu fliegen, deshalb ist für mich auch ziemlich schnell klar, dass es ein Skydive (Fallschirmsprung) sein soll. Dieser Skydive soll an  einem schönen Ort stattfinden, an dem man auf die Welt herunter schauen kann, während man im freien Fall mit 200km/h auf die Erde zu rast… Anka und ich erachten Motueka als idealer Ort für diese Vorhaben, da man bei gutem Wetter nicht nur auf den Abel Tasman Nationalpark, sondern auch auf beide Inseln Neuseelands blicken kann.

Am Morgen um 9:00 Uhr machen wir uns auf den Weg. Alles ist noch ganz locker und irgendwie begreife ich mein Vorhaben auch noch gar nicht. Zuerst gibt es einige Formalitäten zu unterschreiben. In diesen Formalitäten ist kurz gesagt festgehalten, dass man sich bewusst ist, dass man sterben könnte, wenn da etwas schief geht. Erstaunlicherweise beeindruckt mich dieses Schreiben nicht besonders. Es ist als ob mein Kopf immer noch nicht verstanden hat, was in Kürze passieren wird. Nach dem Unterschreiben der Formalitäten, erhalten wir eine kurze Einführung ins Fallschirmspringen. Dann geht es auch schon weiter und wir erhalten das Material für den Skydive und ich lerne Froggy kennen, er wird als erfahrender Skydiver mit mir zusammen den Tandem-Sprung machen. Auch lerne ich meinen Kameramann kennen, welcher mich während dem Skydive filmen wird. Die Wartezeit auf das Flugzeug nutzen wir für ein kurzes Interview, welches dann auch in meinem Film erscheinen wird. Während ich vor der Kamera stehe, wird mir plötzlich bewusst, dass ich in wenigen Minuten auf 5000 Metern aus dem Flugzeug springen werde. Ich bringe kein anständiges Wort mehr raus. Mein Herz beginnt zu rasen und ich habe aufgrund meiner Nervosität mit einer leichten Übelkeit zu kämpfen. Um Nachzudenken bleibt aber keine Zeit mehr, unser Flugzeug landet und ich lasse mir noch kurz „This is Life“ auf die Handrücken schreiben, bevor ich mich zu den anderen ins Kleinflugzeug quetsche.

Für die nächsten 20 Minuten kreisen wir uns über dem Abel Tasman Nationalpark in die Höhe, bis wir die 5000 Meter erreicht haben. Die Aussicht ist trotz einigen Wolkenfeldern grandios und ich geniesse den Flug. Für das letzte Stück gibt es noch Sauerstoffmasken, da die Luft hier oben im Zusammenhang mit der Nervosität der Skydivern etwas dünn werden könnte. Anka ist zuerst dran. Die Türe geht auf und Anka ist weg. Ich bin etwas schockiert und bekomme es mit der Angst zu tun. Meine Gurten fühlen sich so lose an, als ob Froggy möglicherweise doch vergessen hat alle Gurten richtig zu schliessen. Während ich mir vorstelle, wie ich ganz alleine (ohne Froggy und auch ohne Fallschirm), die letzen Sekunden meines kurzen Lebens im freien Fall verbringen werde (bevor ich auf die Erde pralle), schiebt mich Froggy zur geöffneten Tür. Eigentlich habe ich mich gerade dazu entschlossen doch nicht springen zu wollen. Doch Froggy hat mich schon aus dem Flugzeug geschoben. Ich hänge für einen kurzen Augenblick in der Luft, bis Froggy abspringt.

Das Gefühl des freien Falles hält nur für wenige Sekunden an. Einen kurzen Moment weiss ich nicht mehr, wo oben und unten ist. Ich realisiere, dass ich immer noch an Froggy und somit am Fallschirm hänge und beginne zu schreien, aus purer FREUDE! Es ist ein tolles Gefühl, das Adrenalin in den Adern, den Wind in den Haaren, den Stolz in der Brust und die grandiose Landschaft im Blick. Es ist einfach ein unfassbarer Moment.

Skydive

Im freien Fall

Skydive3

Die Welt von Oben

Der Kameramann (ich kann mich nicht mehr an seinen Namen erinnern) fordert mich auf, ihm meine Hand zu geben. Ich mache dies und plötzlich beginnen wir uns im Kreis zu drehen. Das macht echt Spass. Natürlich muss ich auch meine „This is Life“-Hände in die Kamera halten. Der freie Fall dauert 60 bis 75 Sekunden.

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Die Sonne scheint und das Leben ist toll…

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… oder so ähnlich

Schliesslich wird es Zeit, den Schirm zu ziehen. Ich werde hochgerissen und gleiten für die nächsten paar Minuten sanft in Richtung Boden. Es ist also der ideale Zeitpunkt, seinen Blick nochmals etwas schweifen zu lassen. Die Küste mit dem goldenen Sandstrand und die kleinen Inselchen, welche wir noch erkunden wollen, lassen sich von hier oben super bestaunen. Am Boden wartet Anka auf mich. Völlig begeistert springen wir uns nach der Landung in die Armen und freuen uns.

Auf dem Wasser unterwegs

Wie bereits erwähnt, gehören zum Abel Tasman Nationalpark einige kleinere Inseln. Natürlich lohnt es sich, die Entdeckungstour auf diese Inseln auszuweiten. Am Besten sind diese mit einem Kayak zu erreichen. Es gibt mehrere Anbieter, welche ein bis mehrtägige Kayak-Touren, teils mit Wandertouren kombiniert, anbieten. Man kann alleine los ziehen oder eine geführte Tour buchen. Wir haben uns dazu entschlossen, für einen Tag alleine unterwegs zu sein mit dem Kayak.

Nach einem kurzen Einführungskurs paddeln wir von unserem Startpunkt in Marahau los. Unser heutiges Ziel ist die Fisherman Island. Es hat kaum Wellengang, also ideale Bedingungen für uns Kayak-Neulinge. Gemütlich paddeln wir in Richtung Insel, jeder in seinen eigenen Gedanken versunken.

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Fisherman Island

Wir nähern uns der Fisherman Island. Wir müssen etwas um die Insel herum paddeln, um einen guten Anlegeplatz zu finden. Schliesslich finden wir einen geeigneten Ort und ziehen dort unser Kayak aus dem Wasser. Anka und ich machen es uns  am Strand gemütlich. Ausser einer anderen Frau ist niemand hier.

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Unsere eigene, kleine Insel

Ich gehe baden, obwohl es definitiv etwas wärmer sein könnte. Zum Glück kann man sich bei einem Sonnenbad wieder etwas aufwärmen. Anka und ich picknicken und schauen uns etwas auf der Insel um. Nach ein paar Stunden packen wir alles zusammen und machen uns auf den Rückweg. Auf dem Rückweg machen wir einen kleinen Abstecher an einem schönen Strand.

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Der Abel Tasman Nationalpark besteht hauptsächlich aus Wald und Strand

Schliesslich kommen wir beim Treffpunkt am Strand an. Auch die anderen Kayak-Fahrer treffen ein. Die Kayaks werden auf die Anhänger geladen und wir fahren mit dem Traktor zurück zum Hauptgebäude des Kayak-Vermieters.

An Land auf Entdeckungstour

Im Abel Tasman Nationalpark gibt es viele Möglichkeiten wandern zu gehen. Anka und ich haben uns aber entschlossen etwas ausserhalb des Nationalparks wandern zu gehen. Wir haben uns den Takaka Hill ausgesucht. Es sind schöne Wege und eine tolle Landschaft. Leider sind die Wege nicht so gut beschildert und wir schaffen es tatsächlich, uns zu verlaufen. Wir kommen dann aber doch noch zurück zum Auto, bevor es dunkel wird. Das Herumirren war etwas mühsam, die schöne Landschaft war aber eine gute Entschädigung dafür.

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Wanderweg auf dem Takaka Hill

Einen Skydive machen, Kayaking, wandern gehen,… Es gibt so viel im Abel Tasman Nationalpark und seiner Umgebung zu machen. Was hast du alles unternommen als du da warst? Oder was würdest du gerne unternehmen, wenn du vielleicht einmal dort sein wirst?

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