Meine Neuseeland-Highlights Teil 1: Cape Reinga, der heilige Ort der Maori

Von Mitte März bis Ende April 2014 war ich mit Anka in Neuseeland. Wir sind dort mit Auto und Zelt entlang der Nordinsel und um die Südinsel gereist. Ich möchte euch hier von meinen ganz persönlichen Highlights berichten. Neuseeland hat viel zu bieten: Atemberaubende Landschaften, unberührte Natur, herzliche Menschen und eine ergreifende Maori-Kultur.

In meinem ersten Teil meiner Neuseeland-Highlights erzähle ich euch von unserem Tagesausflug ans Cape Reinga, welches sich ganz im Norden der Nordinsel befindet.

Ninety Mile and more

Gestartet sind wir von unserem Campingplatz in Kerikeri. Die Fahrt führt durch hügeliges Weideland mit vereinzeltem Meerblick. Bereits der Weg zum Cape Reinga hat etwas Tolles zu bieten, nämlich den Ninety Mile Beach. Er erstreckt sich über 88 Kilometer von Ahipara bis zum Scott Point. Vom Scott Point sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Cape Reinga, dem beinahe nördlichsten Teil von Neuseeland. Mehrere Zufahrtsstrassen führen zum kaum enden wollenden Sandstrand.

Der Ninety Mile Beach eignet sich hervorragend für eine Pause, da die Fahrzeit von Kerikeri bis zum Cape Reinga doch knapp 3 Stunden beträgt. Der Strand lädt zu einem Spaziergang ein. Es sind kaum Menschen auf dem langen Strandabschnitt zu sehen. Nur einzelne Möwen umgeben uns.

Der Ninety Mile Beach gilt als offizielle Strasse mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 100km/h. Hie und da wird die Ruhe von einem vorbei fahrenden Auto gestört. Ohne Allradantrieb kommt man wohl nicht sehr weit. Eingesunkene Autos werden nicht abgeschleppt und fallen der Flut zum Opfer. Möglicherweise ist dies der Grund, weshalb sich nur sehr wenige Lenker mit ihren Fahrzeugen in den Sand trauen. Aber Spass machen würde diese Fahrt wohl allemal! Für Frodo, unser Mietauto, ist der Strand aber tabu. Also geniessen wir den Strand zu Fuss.

Ich hatte gehofft, mit etwas Glück die Kaimanawa Wildpferde, welche am Ninety Mile Beach beheimatet sind, zu sehen. Leider hatte ich kein Glück. Vermutlich war es den Pferden um diese Tageszeit zu warm am Strand, und sie haben sich in den Wald zurück gezogen. Ich werde sie bestimmt eines Tages zu Gesicht bekommen…

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Der kaum enden wollende Ninety Mile Beach

Auf zum Cape Reinga

Nach unserer Pause am Ninety Mile Beach geht es für uns weiter in Richtung Norden. Riesige Schafherden grasen friedlich an den Hügeln, durch die sich der State Highway 1 schlängelt. Kein Haus oder Mensch ist weit und breit zu sehen. Nur grüne Wiesen, der blaue Himmel und das Meer prägen das Landschaftsbild. Ja so habe ich mir den nördlichen Teil von Neuseeland in meinen Gedanken ausgemalt.

Schliesslich erreichen wir den Parkplatz vom Cape Reinga. Wir sind erstaunt, dass sich kaum Autos auf dem Parkplatz befinden, da wir von mehreren Seiten gehört haben, dass das Cape Reinga für seine Touristenanstürme bekannt ist.

Der beinahe leere Parkplatz steigert natürlich unsere Vorfreude und wir machen uns auf den Weg zum Leuchtturm. Diesen kann man über einen befestigten Weg, aber auch über einen Trampelpfad erreichen. Es hat auch weitere Trampelpfade, welche zu verschiedenen Klippen und zu den menschenleeren Stränden führen. Die Wege erschliessen sich teilweise in mehrtägige Wanderrouten.

Wir beschliessen, einen Abstecher zu einer Klippe zu machen, um die Stille und die Abgeschiedenheit zu geniessen. Ein wirklich schöner Moment, so im Gras zu sitzen, auf die Klippen, die Strände, das Meer, die Wellen und den Leuchtturm zu blicken und den Wind in den Haaren zu spüren.

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Den Moment geniessen

Nach dem Innehalten machen wir uns über einen Trampelpfad auf, zum 1941 gebauten Leuchtturm. Er ist schon von Weitem gut zu erkennen.

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Der Trampelpfad zum Leuchtturm

Unten angekommen, schweift mein Blick am Leuchtturm vorbei zu den Felsen, welche sich in Richtung Norden in das Meer erstrecken. Genau hier ist der heilige Ort der Maori. Ein geschätzter 800-jähriger Pohutukawa-Baum kennzeichnet die Stelle der „Reinga“, was auf Maori so viel wie „Überfahrt“ bedeutet. Beim näheren Betrachten der Felsen erkenne ich sogar den unscheinbar wirkende Pohutukawa-Baum. Er soll noch nie geblüht haben.

Die Maori glauben, dass sich ihre Seelen nach dem Tod auf die letzte Reise zum Cape Reinga machen. Dort verlassen sie das Festland, um bei diesen Felsen ins Meer einzutauchen. So gelangen sie in das Heimatland ihrer Ahnen, welches sie auch „Hawaiki“ nennen. Irgendwie ein schöner Gedanke, wie ich finde.

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Das Cape Reinga, hier verlassen die Seelen verstorbener Maori das Festland

Langsam heisst es für uns Abschied nehmen von einem wunderbaren Flecken Erde. Auf dem Rückweg zum Parkplatz kommen uns immer mehr Touristen entgegen. Ja, wir hatten wohl echt Glück, etwas früher als die anderen Touristen da gewesen zu sein.

Glücklich und zufrieden fahren wir wieder auf dem State Highway 1 zurück nach Kerikeri. Dies war ein wirklich sehr gelungener Ausflug in den Norden von Neuseeland.

Warst du auch schon einmal in Neuseelands Norden oder möchtest du einmal dahin? Erzähle mir von deinen Erlebnissen!

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